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Die neuen Roboter kommen

– Interaktive No-Code Automatisierungslösungen
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Wer über den Einsatz von physischen Robotern im Unternehmen nachdenkt, hat wahrscheinlich große Industrieroboter im Kopf. Der Nachteil bei dieser Art von Robotern sind hohe Startinvestitionen und erheblicher Programmieraufwand. Die neue Robotergeneration sieht anders aus. Zahlreiche Start-ups und Tech-Unternehmen arbeiten an günstigen und leicht zu programmierenden Robotern, die erhebliches Potenzial für das Geschäftsmodell mittelständischer Betriebe im produzierenden Gewerbe haben.

„Adieu Programmierung, Hallo No-Code Robotik“. Damit wirbt das Dresdener Start-up Wandelbots auf der eigenen Startseite und bringt das Leistungsversprechen auf den Punkt: „Programmiere deinen Roboter in der gleichen Zeit, die du brauchst, um dir einen Kaffee zu machen!“.[1]

Bei Wandelbots hat man einen Weg gefunden, die komplexen Programmiertätigkeiten abzuschaffen. Dem Roboter wird das Einsatzszenario beigebracht: Der Benutzer führt die Tätigkeit an einem Anlerngerät beispielhaft aus. In Echtzeit wird die Bewegung erfasst und kann dann am Computer editiert werden. Die vom Roboter erlernte Tätigkeit wird nun in Code umgewandelt und vom Roboter ausgeführt. Der Roboter wird zum neuen Azubi. Einen Unterschied gibt es aber: Der Roboter vergisst das Erlernte nicht und eine große Anzahl „Azubis“ kann zeitgleich angelernt werden.

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Der Programmieraufwand fällt damit weg und kann auch von Menschen ohne Programmierkenntnisse durchgeführt werden. Und nicht nur dies ändert sich. Auch die Roboter an sich sehen anders aus. Die neue Generation ist kleiner, günstiger und leichter in bestehende Prozesse zu integrieren.

Per Hand programmierbare Roboter

Exemplarisch dafür stehen die Roboter der Firma Franka Emika aus München. „Der Roboter […] ist wendig und feinfühlig – wie ein menschlicher Arm. Die Programmierung erfolgt intuitiv [und] workflowbasiert“.[2] Auch hier wird der Roboter „per Hand“ und ohne Programmierung angelernt. In der Cloud wird der Prozess gespeichert und über eine nutzerfreundliche Oberfläche auf dem Bildschirm angezeigt. Dort lassen sich im Nachgang Anpassungen vornehmen.

Von Verpacken, Sortieren bis Montieren kann dem Roboterarm alles beigebracht werden und wird dann von ihm wiederholt– Dank Cloudtechnologie, von jedem Franka Roboter überall auf der Welt. Über das Einsatzszenario entscheidet der Nutzer.

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Mit der neuen Nutzerfreundlichkeit und Flexibilität erinnern die Roboter in Individualisierung und Bedienbarkeit eher an ein Smartphone als an Maschinen. Zur Steigerung der Leistungsfähigkeit nutzen die Anbieter alle Möglichkeiten, die die Digitalisierung mit sich bringt: Cloud-Technologie, KI oder sogar Community-Building. Auch vorbei sind die Zeiten, in denen Roboter aus Sicherheitsgründen eingehaust waren. Die neue Generation agiert als kollaborativer Roboter (sogenannter Cobot) zusammen mit dem Menschen.

Das wohl beeindruckendste Zukunftsszenario liefern die Roboter von Boston Dynamics aus Massachusetts. Die Laufroboter können sogar Saltos schlagen, tanzen oder Pakete einlagern – und das alles auf zwei Beinen.[3]

Eine weitere Eigenschaft der Roboter verdeutlicht das Portfolio von Humanizing Technologies aus Olpe. Roboter werden menschlicher und sogar sozial. Ein Beispiel: Der Roboter Furhat. Das „[..] ist ein sozialer Roboter, der mit uns Menschen kommuniziert, wie wir es untereinander tun – indem er spricht, zuhört, Emotionen zeigt und Augenkontakt hält.“[4] Aus diesen Eigenschaften ergeben sich neue Potenziale für den Einsatz beim Kunden vor Ort: Der Service Roboter kann ein emotionales Kundenerlebnis auslösen.

Doch lohnt sich die Anschaffung eines Roboters für ein mittelständisches Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe?

Diese Frage kann nicht mit Ja oder Nein beantwortet werden. Entscheidend ist der einzelne Fall und vor allem die Kreativität der Personen im Unternehmen, wie sie das Potenzial der neuen Generation Roboter für das eigene Geschäftsmodell nutzen.

Für die Entwicklung von Einsatzszenarien können gezielt Kreativitätsmethoden wie Brainstorming oder Brainwriting genutzt werden, um Ideen zu entwickeln. Ein Design Thinking-Prozess kann unterstützen, diese Kreativitätsphase zu strukturieren und Ideen zu entwickeln, die dem Geschäftsmodellen zuträglich sind. Prototypen können mit dem Business Model Canvas zu ausgereiften und ertragreichen Leistungsbündeln weiterentwickelt werden. Und auch die Wirtschaftlichkeit der Einsatzszenarien lässt sich abschätzen. Eine Methode dafür ist die Szenarioanalyse.

Quellen:

[1] Wandelbots: „Goodbye Programming, Hello No-Code-Robotics“ abgerufen am 12.7.2021

[2] Franka Emika: „The Robotics Company“ abgerufen am 12.7.2021

[3] Bosten Dynamics: „Changing your idea of what robots can do“ abgerufen am 12.7.2021

[4] Humanizing: „Furhat – der fortschrittlichste menschenähnliche soziale Roboter“ abgerufen am 12.7.2021

Bildnachweis:

Photo by Adobe Stock

Autor David Sossna

Willkommen auf meinem Profil. Ich bin Geschäftsleiter am Institut für Projektmanagement und Digitale Transformation und leite das Projekt DigiTrans@KMU aus dem das Digitalradar hervorgegangen ist. Als Geograf befasse ich mich leidenschaftlich gerne mit Fragen der digitalen Transformation von Städten und Regionen. Besonders interessieren mich digitale Geschäftsmodelle und volkswirtschaftliche Chancen der Digitalisierung.


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