Leitfäden

Kreative Ideen mit dem „Ideenturm“ weiterdenken

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Erinnerst Du dich noch an die Bauklötze aus der Kindheit, mit denen Du meterhohe Türme gebaut hast? Genau dieses  Bauen von Holzklotztürmen hilft Dir bei der Generierung von Ideen und Problemlösungen. Wie? Mit der Methode „Ideenturm“.

Genau wie bei den Holzklötzen werden beim Ideenturm die gesammelten Ideen aufeinander aufgebaut, ergänzt und neben oder über andere bestehende Ideen gesetzt. Der Ideenturm hilft Dir und Deinem Team so dabei, die gesammelten Ideen zu strukturieren, zu sortieren und von anderen Ideen abzugrenzen.

Dieser Leitfaden zeigt Dir, wie Du den Ideenturm in Deinem Unternehmen einsetzen kannst, um kreative Ideen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Auf die Bauklötze, fertig und los!

1.

Beachte folgende Regeln

1.
Die Ideenturm-Methode basiert auf den Grundregeln des Brainstormings. Bevor Du also im Team damit anfängst, Ideen zu stapeln, mache Dich mit folgenden Regeln vertraut:
  • Je mehr, desto besser!
    Hier gilt Quantität vor Qualität! Mache Dir keine Sorgen über die Sinnhaftigkeit oder Realisierung der Ideen. Werde einfach kreativ. Die Wahl und die Prüfung der Ideen geschehen erst im zweiten Schritt.
  • Je verrückter, desto besser!
    Ist die Idee komplett verrückt? Zu teuer? Oder unmöglich umzusetzen? Egal! Durch diese absurden Ideen kannst Du vielleicht andere Teammitglieder inspirieren und Ihr habt gleichzeitig eine Menge Spaß.
  • Geht nicht, gibts nicht!
    „Das funktioniert doch eh nicht!“ Solche Aussagen sind hier tabu. Keine Kritik, kein Nein und bitte keine mentalen Barrieren! Es geht darum, dass jedes Teammitglied Ideen und Lösungsvorschläge völlig frei äußern darf, egal ob völlig absurd oder einfach genial.
  • Mehr Teamgeist und gegenseitige Inspiration!
    Du hattest die gleiche Idee wie ein anderes Teammitglied. Super! Nehme die Idee und entwickle sie einfach weiter. Wie beim Teamsport geht es hier darum, gemeinsam in der Gruppe Ideen zu entwickeln und Lösungen zu finden.

2.

Der Ideenturm

2.
Der Ideenturm hilft Dir und Deinem Unternehmen eine erste Idee (Grundstein des Ideenturms) auszubauen und zu ergänzen. Dazu werden die ergänzenden Ideen nach dem Bauklotzprinzip auf- und nebeneinander angeordnet. Durch diese Visualisierung kannst Du so das entstandene Ergebnis besser nachvollziehen. Sollte eine Idee zu stark von der Zielsetzung abweichen, kannst Du diese Idee für einen neuen Ideenturm nutzen.

Die Nutzung des Ideenturms ist immer dann sinnvoll, wenn Ihr bereits eine erste Idee gefunden bzw. ein erstes Themengebiet abgesteckt habt. Aus diesem Grund solltest Du Dich zunächst für einen bestimmen Bereich entscheiden, auf dem der Fokus des Ideenturms liegen wird. Solltest Du noch keine Ideen generiert haben, schaue gerne in unsere Leitfäden Brainstorming oder Brainwriting. Wenn Du vor dem Ideenturm bereits ein Brainstorming oder Brainwriting durchgeführt hast, kannst Du die daraus entstandene Ideensammlung in den Ideenturm miteinbringen.

2.1

Die Grundlage schaffen

2.1
Im ersten Schritt sollte der Ideenturm visuell aufbereitet werden. Dafür benötigst Du:
  • Zettel oder Post-Its
  • Whiteboard, Pinnwand, Beamer oder Tisch
  • Stifte
  • Oder ein digitales Tool zum kollaborativen Arbeiten

Male zuerst einen Turm auf ein großes Blatt oder benutze ein gängiges Onlinetool zur Visualisierung. Alternativ kannst Du auch unser Ideenturm Template herunterladen und ausfüllen. Mit der Größe des Ideenturms steuerst Du die Anzahl und die Breite der gesammelten Ideen.

Schreibe die Grundidee sichtbar für alle auf und kläre eventuelle Verständnisfragen oder Unklarheiten. Achte darauf, dass jede:r die Grundregeln des Brainstormings/Ideenturm verstanden hat.

2.2

Den Grundriss des Ideenturms erstellen

2.2
Nun kann es mit dem Bauen losgehen.

Wenn Du bereits Ideen aufbauend auf deiner Grundidee vorliegen hast, kannst Du diese hier miteinbringen. Dazu schreibst Du die Ideen einzeln auf eine Karte und liest sie den anderen Teammitgliedern vor. Solltest Du noch keine Ideen vorliegen haben, kannst Du gemeinsam im Team eine kleine Brainstorming oder Brainwriting Runde (ca. 15min) durchführen. Natürlich ist auch eine Mischung der beiden Vorgänge möglich.

Beim Ideenturm gibt es keinen expliziten Moderator:In. Das Team kann ergänzende Ideen der Reihe nach erklären oder spontan äußern. Dies hängt von der Größe des Teams und Eurer Gruppenkonstellation ab.

Achtet bei jeder genannten Idee darauf, dass sie zu der anfangs definierten Grundidee passt. Wenn die Idee der anfänglichen Idee zugeordnet werden kann, wird die Idee auf den Ideenturm platziert. Sollte die Idee nicht zu der Ursprungsidee passen, kann die Karte vorerst weggelegt werden und eventuell ein neuer Ideenturm daraus entstehen.

Wichtig: In dieser Phase solltest Du noch keine Diskussionen führen, da der Wert der Idee hier noch nicht im Fokus liegt. Prüfe lediglich, ob die geäußerte Idee inhaltlich zur Grundidee passt. Die Prüfung der Ideen erfolgt im nächsten Punkt.

2.3

Den Turm (aus-)bauen

2.3
Nachdem der Bearbeitungszeitraum abgelaufen ist oder die Ideensammlung abgearbeitet ist bzw. keine weiteren Ideen genannt werden, betrachtest Du nun in diesem Schritt die gesammelten Ideen im Ideenturm.

Prüfe zunächst, ob die Ideen zu der ursprünglichen Idee passen. Ideen, die sich nicht der Ursprungsidee zuordnen lassen, können herausgenommen werden. Wiederhole diesen Schritt mit allen Ideen und kläre Verständnisfragen im Team.

Am Ende liegt ein bereinigter Ideenturm vor, bei dem alle Unklarheiten geklärt wurden und ein einheitliches Verständnis über alle ergänzenden Ideen herrscht.

2.4

Den Turm fertigstellen

2.4
Wahrscheinlich werden auch bei Deinem Ideenturm Ideen entstanden sein, die nicht der ursprünglichen Idee zugeordnet werden können. Du kannst aus diesen Ideen eventuell einen oder mehrere neue Ideentürme erstellen. Wiederhole dazu die ersten beiden Schritte wie oben genannt.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Dir während des Eliminierens von Ideen neue Ideen entstanden sind. Um diese neuen Ideen nicht zu verwerfen, kannst Du die vorherigen Schritte wiederholen, um die neugenerierten Ideen zu nutzen. Für die Wiederholung der Schritte kannst Du dieses Mal das Zeitfenster etwas verkürzen und in der letzten Auswertung nur noch die Unklarheiten oder eventuelle Fragen klären.

Die fertiggestellten Ideentürme kannst Du hervorragend für andere Methoden weiterverwenden. Beispielsweise lassen sich die Ideen als Grundidee im Design Thinking verwenden oder als Eingangsidee zu einem neuen Projekt.

Welche Ideen wurden beim Bauen Deines Ideenturms entwickelt? Und welche neuen Ideentürme entstanden spontan aus der Diskussion? Wir freuen uns über einen möglichen Austausch mit Dir über solche Themen.

Solltest du weitere Fragen oder Anregungen zu diesem Thema haben, melde dich doch gerne bei uns. Wir stehen dir gerne jederzeit zur Seite und helfen dir, bei der Digitalisierung Deines Unternehmens.

Weiterführende Quellen und Informationen:

Projektmanagement (2020): „Ideenturm-Projektmagazin“

Digital Innovation Playbook (2020): Ideenturm

Template zum downloaden: Ideentum Digitalradar münsterLAND

Bildnachweise

Open-source Illustrationen unter unDraw

Autor Isabella Becker

Hi, ich heiße Isabella und bin derzeit Masterstudentin im Studiengang "Digital Business and Innovation Management" an der FH Münster. Durch meinen thematischen Schwerpunkt auf Digitalisierung und Innovation kann ich mein Wissen und meine Erfahrungen in das Digitalradar Münsterland einbringen, um kleinen und mittelständischen Unternehmen aus dem Münsterland dabei zu helfen, die Digitalisierung in ihrem Unternehmen voranzutreiben. Du hast Fragen, Anregungen oder möchtest Dich einfach mit anderen über die Digitalisierung von KMUs austauschen? Dann schreibe mir doch gerne eine Nachricht. Ich freue mich über einen Austausch!


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